Beim Starten des Motors entsteht plötzlich ein schrilles Quietschen aus dem Motorraum. Der erste Gedanke ist oft eine schnelle Lösung aus der Garage. Viele greifen dann zu WD-40, weil es bei quietschenden Scharnieren oder Metallteilen zuverlässig hilft.
Doch beim Keilriemen stellt sich sofort die Frage, ob das wirklich eine gute Idee ist. Schließlich läuft der Riemen ständig über mehrere Riemenscheiben und muss dabei zuverlässig greifen. Ein falsches Mittel kann das Problem sogar verschlimmern.
Warum WD-40 beim Keilriemen problematisch ist
WD-40 ist in erster Linie ein Kriechöl. Es löst Rost, verdrängt Feuchtigkeit und reduziert Reibung auf Metalloberflächen.
Beim Keilriemen wird jedoch genau das Gegenteil benötigt. Der Riemen muss möglichst viel Haftung auf den Riemenscheiben haben. Nur so kann er die Drehbewegung des Motors zuverlässig auf die Nebenaggregate übertragen.
Wenn WD-40 auf den Riemen gesprüht wird, entsteht eine rutschige Oberfläche. Dadurch kann der Riemen stärker durchrutschen und das Quietschen sogar lauter werden.
Warum das Quietschen kurzfristig verschwinden kann
Manche Fahrer berichten, dass das Geräusch nach dem Einsprühen kurz verschwindet. Das kann tatsächlich passieren.
Das Öl verändert kurzfristig die Oberfläche des Riemens. Dadurch verändert sich auch das Geräuschverhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass das eigentliche Problem gelöst wurde.
Sobald das Öl verteilt oder wieder verdunstet ist, tritt das Quietschen oft erneut auf.
Welche Probleme WD-40 zusätzlich verursachen kann
Neben dem fehlenden Effekt kann WD-40 sogar neue Probleme im Riemenantrieb verursachen. Besonders bei älteren Riemen kann das Öl das Material zusätzlich angreifen.
Mögliche Folgen sind:
- stärkeres Durchrutschen des Riemens
- schnellerer Verschleiß
- Verschmutzung der Riemenscheiben
- ungleichmäßiger Lauf des Riemens
Dadurch kann das ursprüngliche Problem sogar verstärkt werden.
Typische Ursachen für quietschende Keilriemen
Das Quietschen entsteht meist nicht durch mangelnde Schmierung. Häufig steckt ein mechanisches Problem dahinter.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- zu geringe Riemenspannung
- Verschleiß im Riemenmaterial
- Feuchtigkeit auf den Riemenscheiben
- eine schwergängige Spannrolle
In solchen Fällen hilft ein Schmiermittel nicht weiter. Stattdessen sollte der Zustand des Riemenantriebs überprüft werden.
Was im Alltag wirklich hilft
Wenn ein Keilriemen kurzzeitig durchrutscht oder Geräusche verursacht, kann ein spezielles Keilriemen-Spray die Haftung auf den Riemenscheiben verbessern und das Quietschen reduzieren.
Kurzfazit
WD-40 ist für quietschende Keilriemen keine gute Lösung. Das Kriechöl verringert die Haftung des Riemens und kann das Problem sogar verschlimmern.
Stattdessen sollte die Ursache des Geräusches überprüft werden. Häufig liegt sie in einer falschen Spannung, Verschleiß oder Feuchtigkeit im Riemenantrieb.
Häufige Fragen
Kann WD-40 einen quietschenden Keilriemen dauerhaft reparieren?
Nein. Das Öl verändert nur kurzfristig die Oberfläche des Riemens und behebt nicht die eigentliche Ursache.
Warum verschwindet das Quietschen manchmal kurz nach dem Einsprühen?
Das Öl verändert kurzzeitig das Reibungsverhalten des Riemens. Nach einiger Zeit tritt das Geräusch meist wieder auf.
Kann WD-40 den Keilriemen beschädigen?
Bei häufiger Anwendung kann das Öl das Material angreifen und den Verschleiß beschleunigen.
Was ist besser als WD-40 für quietschende Keilriemen?
Ein spezielles Riemenspray ist dafür entwickelt worden, die Haftung zwischen Riemen und Riemenscheiben zu verbessern.
Wie bekommt man das Quietschen vom Keilriemen weg?
Keilriemen quietscht – welches Spray hilft wirklich?